Perfektes Auto – E91 325d | Kombis mit Wumms

„Ein BMW?? Was ein Blödsinn! Audi for the Win!“, rief mein Kumpel, der Kretin, lauthals, als ich ihm den Titel dieses Artikels zum ersten Mal vorlas. „Das ist meiner.“, sagte ich und schaute ihm dabei stechend in die Augen. „Ja ich weiß und er is ja auch gut..“, gab er kleinlaut zu. Und das ist er, das kann ich euch sagen. Nach bisher 30.000km mit dem Auto, die die Laufleistung auf 267.000 erhöhten, hatte ich bis auf zwei Glühkerzen, die vorher noch nie gewechselt wurden, keinerlei Probleme. Genau deshalb und aus noch vielen weiteren Gründen, ist er verdient der erste Kandidat in der neuen Rubrik „Kombis mit Wumms“ – wie ich´s nur immer wieder mache mit diesen Namen..

Diese neue Rubrik beschäftigt sich mit Kombis (wer hätte es gedacht), die bezahlbar sind und vor allem bei jedem Tritt aufs Gaspedal die Souveränität aus jeder Ritze ihres Motorblocks schießen – im positiven Sinne natürlich. Zu diesem Artikel möchte ich im Vorfeld noch explizit anmerken, dass es sich bei dieser Kaufberatung um den E91 Facelift handelt, der bereits den N57 Motor mit 204 PS hat (ab 03/2010). Warum ist der E91 denn nun ein so gutes Auto? Zuerst einmal müssen wir hier differenzieren. Wenn ihr eine Familienkutsche sucht, müsst ihr gar nicht erst weiterlesen, denn der Platz auf der Rücksitzbank ist bei einem 1,90m großen Fahrer eher eng bemessen und für 4 Personen reicht der Kofferraum nur schwer für einen längeren Urlaub. Versteht mich nicht falsch – möglich ist alles. Es fragt sich nur wie bequem. Wer nur ein Kind hat, nur zu zweit ist oder gar alleine, dem kann ich dieses Auto aber nur wärmstens empfehlen.

Beginnen wir mit dem Äußeren, so wie immer. So wie bei jedem Auto gilt auch hier: Fahrwerk und Felgen machen das Auto. In meinem Fall fahre ich original 18 Zoll BMW Felgen mit 225er Reifen vorne und 255 Reifen hinten. Dazu sind noch Koni Dämpfer mit Eibach Federn verbaut, die das Auto ein kleines Stück dem Erdboden näher bringen. Zusammen mit den breiten Kotflügeln, die sich über die Vorderachse spannen, ergibt das ein recht gutes Bild. Aufpassen sollte man aber bei der Einpresstiefe. Der E91 versteckt gerne die Reifen und Felgen weit hinter der Kotflügelkante. In diesem Fall sollte man Spurplatten verbauen, um die schöne Optik zu retten.

Von derlei Problemen bekommt man im Innenraum herzlich wenig mit. Hier fühlt man sich auch ohne Spurplatten sicher und geborgen. In dieser Modellreihe hielt das iDrive-System mit Dreh-Drück-Steller Einzug, welches nach wie vor zu den besten Bedienkonzepten im Automobilbereich gehört. Das Navi, sofern vorhanden, wanderte Richtung Sichtlinie und ist mit einer Überwölbung gegen Sonneneinstrahlung geschützt. Die Verarbeitung ist Spitze, die verwendeten Materialien hochwertig. Alles ist aufgeräumt und sitzt da, wo man es vermutet. Der einzige Punkt, bei dem man aufpassen sollte, sind die Sitze. BMW Sitze sind nicht immer gut. Daher sollte man zu einem Modell greifen, in dem entweder die Komfort- oder die M-Sportsitze verbaut sind. Diese gehören nämlich ebenfalls zu den besten in der Klasse. Meine Wahl wären die M-Sitze, da sie zugleich sportliches Fahren ermöglichen, als auch sehr bequem bei längeren Reisen sind. Glücklicherweise sind diese auch in meinem E91 verbaut.

Ihr seid begeistert und denkt euch: „Mensch, jetzt nen E91 wäre geil!“? Dann schauen wir uns mal an worauf man beim Kauf achten sollte. Glücklicherweise gibt es bei diesem Auto mit diesem Motor nicht allzu viel zu beachten. Fangen wir auch gleich mal beim Motor an. Der hat nur Probleme, die auch jeden anderen Diesel mit Abgasrückführung ereilen könnten. So gibt es bei einigen Modellen Probleme mit dem AGR-Ventil und einer verkokten Ansaugbrücke, was sich negativ auf Kaltstartverhalten und Leistungsentfaltung auswirken kann. Bei Fahrzeugen mit ausgeprägtem Kurzstreckenbetrieb sind auch Probleme mit dem DPF möglich. Darüber hinaus ist die Technik aber narrensicher. Ganz besonders ist das robuste und zuverlässige 6-Gang Automatikgetriebe von ZF zu empfehlen. Hab ich auch, alles kein Problem. Nur die Getriebesoftware sollte beim Halterwechsel mal zurückgesetzt werden, sodass sich das Getriebe mit dem Fahrverhalten des neuen Besitzers identifizieren kann. Darüber hinaus ist nichts zu erwähnen, was nicht auch bei jedem anderen Auto angeschaut werden sollte – einfach nichts. Ist das nicht klasse? Es gibt schlichtweg keine besonderen Schwächen. Abschließend zum Thema Laufleistung kann ich noch folgendes sagen: Wichtig sind nur zwei Dinge: Langstrecke und regelmäßige Wartung. Wenn das Auto 220.000km auf dem Buckel hat, ist das vollkommen egal, solange es zum größten Teil ein Autobahnfahrzeug war und regelmäßig neues Öl bekommen hat sowie auch sonst gut gepflegt wurde. Ein Kurzstreckenauto mit 50.000km geht schneller über den Jordan, glaubt mir.

Absatz abgehandelt, wir schieben jetzt noch den Fahreindruck ein, denn den kann ich bei diesem Auto geben, da ich es selbst fahre. Fangen wir mit der Längsdynamik an. Das Auto beschleunigt zügig und schnelle Autobahnetappen sind ruckzuck erledigt. Kein Problem an dieser Stelle also. Dennoch wirkt er von Zeit zu Zeit etwas träge, besonders im Vergleich zu den zwei Liter kleinen Dieseln, die ihren mangelnden Hubraum mit mehr Ladedruck unterfüttern müssen, was rein subjektiv einen stürmischeren Eindruck hinterlässt. Glücklicherweise ist der drei Liter große Diesel im 325d E91 Facelift nur ein gedrosselter 330d Motor. Was bedeutet: Software! Hier geht Einiges, was dieses Auto übrigens erst in die Lage versetzt in dieser Kategorie eine Rolle zu spielen. Bis zu 300 PS und 600 Nm Drehmoment sind hier durch reine Softwareanpassung haltbar möglich. Und dann fährt sich das Auto schon mal ganz anders. Besseres Pedalgefühl, deutlich strafferer Durchzug und ein um Welten souveränerer Antritt. Zu diesem Thema aber später mehr. Nach der positiven Beschleunigung schauen wir uns noch kurz die negative an. Die Bremse ist fein dosierbar und im Straßenverkehr jederzeit Herr der Lage. Auf der Nordschleife hingegen kapituliert sie spätestens in Breidscheid – für euch getestet. Macht aber eigentlich auch nicht so viel, weil die normalen Straßenreifen schon Höhe Adenauer Forst vollkommen am Ende sind. Das ist eine gute Überleitung zur Querdynamik. Das Fahrwerk geht je nach Ausstattung von sportlich straff bis ordinär. Wobei ordinär hier tief gestapelt ist, weil es sich immer noch um ein BMW-Fahrwerk handelt. Das straffe Gefühl hat man natürlich mit dem M-Sportfahrwerk, was wiederum eine Empfehlung für Autos mit M-Paket ist. Alternativ macht man es so, wie es in meinem E91 verbaut ist – Koni Dämpfer mit Eibach Federn. Bringen den BMW ein ganzes Stück dem Erdboden näher, was verdammt gut aussieht und gleichzeitig einen echten Komfortgewinn bei gleichzeitig ebenso sportlichen Fahreigenschaften sichert – schon erwähnt, ich weiß. Die direkte Lenkung, die der BMW von Haus aus hat, tut ihr übriges.

Ich weiß, dass ihr schon alle sehnsüchtig auf den Abschnitt mit dem Tuning wartet, weil natürlich immer das Interessanteste ist, was man aus den armen Autos so alles rausquetschen kann. Aber Geduld, Geduld. Zuerst kommt die schlechte Nachricht, die Kosten. Die können nämlich echt fies sein und bedauerlicherweise sind sie das hier auch. Fangen wir mit dem mildesten an, dem Kaufpreis. Mal abgesehen von der Ausstattung gibt es ordentliche Modelle schon ab etwa 7.000€. Bei guter Ausstattung muss man mit etwa 10.000€ rechnen. Natürlich gibt´s nach oben noch länger keine Grenzen, aber irgendwann machen sich die Verkäufer auch lächerlich. Bei 15.000€ ist Schluss. Denn für diese Summe sind Exemplare zu haben, die fast so gut sind wie neu. Klar, für dieses Geld gibt´s auch nen neuen Dacia, aber mal ganz ehrlich: währt ihr hier, wenn ihr euch so ein…Ding kaufen würdet? Ich denke nicht, beziehungsweise hoffe ich es ein bisschen. Schließlich verkörpert dieser Blog auch automobile Passion und ein Dacia..aber ich verliere mich schon wieder. Schauen wir uns die Steuern an. Der N57 Motor wird in diesem Modell mit einer Euro 5 eingestuft, was pro Jahr Steuern im Umfang von 348€ ausmacht. Ja meine lieben Leser – es sind drei Liter Hubraum. Die Versicherung ist aber auch nicht viel besser. Hier haben wir sportliche 18|26|24 (HP|TK|VK). Aber wenn mich irgendjemand fragt, ob sich das lohnt – oh ja. Ich liebe das Auto und möchte es nie wieder hergeben. Es ist perfekt, es ist..ich hebe mir das für´s Fazit auf. Den Verbrauch müssen wir noch behandeln und den kann ich aus erster Hand berichten. Bei reinem Kurzstreckenbetrieb könnt ihr mit etwa 10 Litern rechnen, im Mix mit rund 8 Litern und bei längeren Autobahnetappen, die man mit 150 Tempomat ruhig angehen lässt, sind auch gut 6,5 Liter drin. Wenn ihr lieber 120 fahrt, schafft ihr bestimmt auch weniger, aber dann wäre der 320d vielleicht eher was für euch.

Kommen wir jetzt zum Thema, das die Massen bewegt – das Tuning! Bei Dieseln gibt´s da eigentlich nicht viel zu sagen, weil hier so ziemlich alles verboten ist, was irgendwie Spaß machen könnte. Das fängt bei der Ansaugung an und hört beim Ausbau des DPFs auf, dessen Entfernung die einzige Möglichkeit darstellt, aus einem Diesel etwas Sound rauszubekommen. Dass ich trotzdem eine Ansaugung für dieses Auto entworfen habe, die auch noch super funktioniert, seht ihr im unteren Video. Das aber nur am Rande, denn eigentlich ist das Wichtige bei diesem Auto die Softwareoptimierung. Auch, wenn ich die Produkte von DTE-Systems sehr empfehlen kann und zwar nicht nur weil ich da eine Kooperation habe, würde ich bei diesem Auto zu einer Softwareoptimierung greifen, weil da einfach viel mehr drin ist. Wie schon berichtet, gehen beim N57 300 PS und 600 Nm Drehmoment, was aber die Spitze dessen darstellt, was man machen sollte. Hier ist es wichtig Zustand, Historie und Laufleistung des Autos zu beurteilen. So würde ich bei mehr als 200.000km und/oder bei Kurzstreckenbetrieb nicht in die Vollen gehen. Mein Auto hat nach der Optimierung 270 PS und 530 Nm und ich bin sehr zufrieden. Damit läuft er knapp 270 Tacho und ich muss mir bei keinem Überholvorgang Gedanken darüber machen, dass ich es nicht rechtzeitig schaffe. Für eine solche Optimierung könnt ihr zu jedem kompetenten Chiptuner gehen. Sucht euch aber bitte einen, der euch nicht so nen Quatsch andrehen will wie: „Mehr Leistung heißt mehr Aufwand und deswegen kostet es mehr Geld!“ Das ist absoluter Blödsinn. Wenn es ordentlich gemacht wird, ist der Aufwand immer der Gleiche. Also zu jemandem gehen der sagt, dass eine Optimierung X€ kostet, vollkommen egal, wo man leistungsmäßig hin will. Falls dieser Tuner von allein die 300 PS anbietet, wäre dies sicherlich von Vorteil, weil der auch weiß, was das Auto kann.

Im Großen und Ganzen wäre es das dann auch schon. Aussehen, Fahrbarkeit, Charakteristik, Kaufberatung, Kosten, Tuningtipps. Alles da, damit wäre ich dann fertig. Das Einzige was noch fehlt, ist das Fazit. Davor noch eine letzte Anmerkung: Wenn ihr einen Artikelwunsch, egal welcher Art habt, dann lasst es mich wissen. Dieser Artikel ist auch einem Wunsch entsprungen. An dieser Stelle: „Hi Johannes!“ Jedenfalls werde ich mir euren Wunsch dann anschauen und sehen, was sich machen lässt. Schließlich ist dieser Blog nicht nur eine Übung meiner Fingerfertigkeit an der Tastatur, sondern auch und vor allem für eure Unterhaltung da. Also keine Scheu!

Fazit:
Ich habe es schon oft gesagt und sage es immer wieder: Es gibt nichts, was ich an diesem Auto auszusetzen habe. Es ist verlässlich, für einen drei Liter Diesel relativ sparsam, sehr bequem und zugleich sportlich und wenn man ihn chippen lässt auch noch ziemlich schnell. Also wenn ihr einen Kombi in dieser Klasse sucht frage ich euch: Worauf wartet ihr eigentlich noch?

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