Hybrid in MINI

Früher gab es den MINI. Fertig. Wenn man gesagt hat: „Ich hab nen Mini.“, dann wusste der andere: Der Typ hat nen Mini!
Diese einfachen Zeiten sind vorbei. Heute sagt man: „Ich hab nen Mini.“ Der andere ist dann genötigt zu fragen: „Was für einen? Dreitürer, Fünftürer, Countryman, Paceman, Roadster, Cabrio, Coupé, Clubman?“ Auch Mini baut seine Modellpalette aus und macht die Nischen zu, um dem dahergelaufenen Interessenten sofort das auf seine Bedürfnisse maßgeschneiderte Auto anbieten zu können, solange er nicht viel Platz braucht natürlich.
Ein weiterer Schritt erfolgt jetzt, denn mit dem Mini Cooper S E Countryman ALL4 (im folgenden Countryman) gibt es jetzt den ersten Mini mit Hybridantrieb! Warum gerade der so berichtenswert ist? Erstens ist das Konzept interessant und zweitens muss ich den Flottenverbrauch meiner Artikel senken. Der S65 AMG hat ganz schön reingerissen…

Spaß beiseite und wieder zum halbelektrischen Ernst des Lebens. Der Countryman wurde als Plug-In-Hybrid konzipiert, das heißt, man kann ihn an die Steckdose hängen und hat so, sofern man das oft genug tut, auch genug Energie, um einige Wege rein elektrisch zurücklegen zu könnenp90240794_highres_mini-cooper-s-e-coun

224 PS leistet der bekannte 1,5 Liter Dreizylinder aus dem Cooper in Verbindung mit einem Synchron-Elektromotor. Hierbei entfallen 136 PS und 220 Nm, die bereits ab 1.250 U/min bereitstehen auf den Verbrenner und 65 PS, sowie 165 Nm auf den Elektromotor. Die Kraftübertragung des Verbrenners, der die Vorderachse antreibt, erfolgt über das bekannte, in diesem Fall etwas modifizierte 6-Gang-Automatikgetriebe von MINI. Die Hinterachse ist über ein zweistufiges Einganggetriebe mit dem Elektromotor verbunden. Mit diesem System geht´s in 6,9 Sekunden auf 100. Diese Art des Allradantriebes soll auch abseits von befestigten Straßen funktionieren, was im Hinblick auf die sportlich designte Karosserie eher einen theoretischen Nutzen mit sich bringt. Durch den Allrad in Verbindung mit den Akkus ist übrigens das Kofferraumvolumen auch geringfügig kleiner.p90240798_highres_mini-cooper-s-e-coun

Auf dem Prüfstand benötigt er auf 100km gerade einmal schlappe 2,1 Liter, was natürlich nur für die Politik interessant ist, denn im Alltag wird er sich doch etwas mehr genehmigen. Dennoch kann man ihm eine gewisse Praktikabilität im urbanen Umfeld natürlich nicht absprechen. Besonders für Pendler ist dieses System sehr interessant, vor Allem, wenn der Arbeitgeber das Laden an einer dortigen Steckdose gestattet.
Auf lange Strecken spielt der Elektromotor natürlich eine untergeordnete Rolle vorausgesetzt, man steht nicht im Stau. Das Platzangebot im Innenraum leidet laut Mini so gut wie gar nicht unter den Akkus. Diese liegen direkt unter der Fondsitzbank, die dadurch, im Vergleich zu der im normalen Countryman, leicht erhöht ist, ebenfalls aber den 35-Liter Kraftstofftank unter sich verstaut.p90240769_highres_mini-cooper-s-e-coun

Die Lithium-Ionen Akkus, bestehend aus 5 Modulen mit jeweils 16 Batteriezellen haben übrigens mit 7,6 kWh genug Kapazität, um den Mini 40km rein elektrisch voran zu treiben. Wieder ein Prüfstandwert, selbstverständlich. Im Alltag ohne weiteres umsetzbar ist allerdings die elektrisch erreichbare Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h. Wer die Akkus an der Steckdose für solche Aktionen füllen möchte, der benötigt für ein komplettes Aufladen mit einer Wallbox 2:15h, an der Steckdose des oben erwähnten Arbeitgebers braucht man eine Stunde länger.p90240786_highres_mini-cooper-s-e-coun

Bleiben wir noch beim Thema elektrisches Fahren, denn das ist hier sehr ergiebig. So hat der Fahrer die Möglichkeit über den sogenannten „eDrive Toggleschalter“ zwischen drei Betriebsmodi zu wählen.

AUTO eDrive ermöglicht rein elektrisches Fahren bis 80 km/h. Der Verbrenner schaltet sich nur bei starkem Beschleunigen, bei einer Akkuladung unter 7% oder bei Überschreitung dieser Geschwindigkeit dazu.
MAX eDrive ermöglicht rein elektrisches Fahren bis 125 km/h. Der Verbrenner schaltet sich ab dieser Geschwindigkeit oder bei Kick down ein.
SAVE BATTERY ist vorrangig zum Laden des Akkus gedacht. Der Antrieb erfolgt über den Verbrenner und der Ladezustand des Akkus wird über 90% gehalten bzw. auf dieses Niveau geladen.p90241003_highres_mini-cooper-s-e-coun

Wie kann ich nun so einen Mini von einem normalen Countryman unterscheiden, wenn er auf der Straße an mir vorbei fährt? Auf dem linken „Slide Cuttle“, unter dem sich der Anschluss für das Ladekabel befindet, ist der modellspezifische „e-Badge“ angebracht, auf dem Heck, dem Kühlergrill und den Einstiegsleisten findet sich ein gelbes „S“ wieder.
Im Cockpit selbst wurde der Start/Stop Knopf in gelb gefasst und eine Leistungsanzeige im Kombinstrument untergebracht, das hier übrigens serienmäßig als Farbdisplay verbaut wird.

Der Countryman ist also in dieser Klasse sicher ein richtungsweisendes Fahrzeug, mit einer hohen elektrischen Reichweite und geringem Verbrauch. Vor Allem für Pendler mit Blick auf den Lifestyleaspekt ist er augenscheinlich eine gute Wahl. Der normale Countryman startet übrigens bei 26.900€, ein Cooper SD mit Automatik und Allrad fängt bei 35.900€ an. Der Hybrid wird höchstwahrscheinlich noch einmal teurer sein.p90240768_highres_mini-cooper-s-e-coun

Wer mich sucht, ich sitze in dem JCW da vorne.

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3 Kommentare zu „Hybrid in MINI

  1. Ich glaube da hat sich ein kleiner Fehler Artikel eingeschlichen, oder vielleicht habe ich es auch falsch verstanden beim lesen. Oben in der Einleitung beziehst du dich auf den S65 AMG. Aber Mini gehört doch zu BMW und nicht zu Mercedes ?

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    1. Ich glaube da hast Du wirklich was missverstanden. Den Mercedes hab ich nur für den Witz zum Flottenverbrauch herangezogen. Aber Du hast Recht; MINI gehört wirklich zu BMW 😉

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