Verschiedene Aufladungskonzepte – Einführung

Was hat es für einen Vorteil künstlich Luft in einen Motor einzuführen? Ein Saugmotor läuft doch auch einwandfrei und hat keinen Kollegen, der ihm künstlich Luft in die Brennräume drückt!? Das ist Fakt und für viele Menschen nach wie vor das non-plus-ultra aller Motorkonzepte. Wieso?

Da ist zum einen das Ansprechverhalten zu erwähnen. Ein Druck aufs Gaspedal wird bei einer nicht allzu lahm programmierten Gaspedalkennlinie in der Regel verzögerungsfrei umgesetzt. Zum anderen durch die geradlinige Kraftentfaltung.
Je mehr Drehzahl, desto mehr Umdrehungen, desto öfter wird pro Zeiteinheit die Brennkammer mit Kraftstoff und Luft (Sauerstoff) gefüllt und desto mehr Leistung entwickelt der Motor. Dies ergibt eine sehr, aufgepasst: „homogene“ (also geradlinige) Kraftentfaltung und somit eine schöne Berechenbarkeit der Leistungsentwicklung.
Daraus folgt aber auch, dass ein Saugmotor an Hubraum, also laienhaft ausgedrückt die Menge, die in einen Zylinder passt, sowie Drehzahl gebunden ist, um seine Maximalleistung entwickeln zu können, die zumeist, logischerweise, am letzten Zipfel des Drehzahlbandes anliegt.

Allerdings ist auch das der Punkt, an dem die Aufladung ins Spiel kommt. Mit der Möglichkeit, künstlich Luft zuzuführen, ist man nicht nur in der Lage wesentlich früher dieselbe Leistung zu generieren, sondern auch, diese aus deutlich weniger Hubraum zu gewinnen. Hieraus ergibt sich nicht zwingend weniger Spritverbrauch, wie er seit Jahren im Rahmen des „Downsizing“ (weniger Hubraum, mehr Aufladung) gepriesen wird, aber bei angemessener Fahrweise kann man einem guten Turbomotor den Hang zur Sparsamkeit gegenüber seinem saugenden Cousin nicht absprechen. Auf die Funktionsweise eines Verbrennungsmotors, eines Turboladers und dergleichen, sowie Charakteristika von Motoren mit unterschiedlicher Anzahl Zylinder, werde ich aber in einem anderen Beitrag eingehen.

Letztendlich kann man es also bedauern oder nicht, dass moderne Motoren aufgeladen sind. Zu ändern ist es sowieso nicht, was zur Folge hat, dass man zumindest die Qual der Wahl hat, sich zwischen diversen Konzepten zu entscheiden. Ich werde in dieser Reihe auf 10 dieser eingehen, die Wirkungsweise erklären, sowie Vor- und Nachteile auflisten.

Legen wir also los, es wird ein langer Ritt.

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