Mazda 3 MPS – Japaner mit Dampf | Kaufberatung, Tuning

Bekanntlich gibt es ja mehrere Arten von Autofans. Die einen lieben Italiener, die Anderen fahren nur deutsche Fabrikate und wieder andere schwören auf amerikanische Erzeugnisse. Dann gibt es noch die Fans japanischer Autos. Dies betrifft dann vor allem Klassiker wie den Mitsubishi EVO, den Subaru Impreza, einen Toyota Supra oder diverse Erzeugnisse von Nissan. Wenig beachtet wird dagegen die Mazda Sparte, gibt es hier doch kein einigermaßen erschwingliches Auto, welches eine derartige Historie vorweisen kann. Mit Ausnahme des MX-5 vielleicht noch. Das heißt aber nicht, dass es keines gibt, welches nicht Gaudi bis zum Abwinken bietet.

Die Rede ist vom Mazda 3 MPS. 260 PS bei 5.500 U/min aus einem turboaufgeladenen 4-Zylinder mit 2,3 Liter Hubraum und einer Verdichtung von 9,5:1. Damit liegt er immerhin 0,3 Liter über dem beliebten Durchschnittshubraum für sportliche Kompakte, der sich in typischen Konkurrenzfahrzeugen, wie dem Golf GTI, dem Astra OPC, oder dem Renault Megane R.S. findet. Das muss nicht zwingend besser sein, schon klar, aber Hubraum hat in Sachen Leistung noch niemandem geschadet.

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Weiter zu den Daten: Der Motor mobilisiert neben seiner strammen Leistung 380 Nm, die er vollständig ab 3.000 U/min beisammen hat und, wie in dieser Klasse üblich, vollständig auf die Vorderräder loslässt. Nötig sind die allemal, da er mit 1485kg Leergewicht fast schon in die Richtung Moppelchen tendiert. Übergewichtig ist aber immer noch was anderes.

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Äußerlich gibt sich der MPS, zumindest das Vorfaceliftmodell, sehr zahm. Hier wird nicht geklotzt wie etwa bei einem Focus RS, sondern sich vornehm zurück gehalten, um im richtigen Moment den Drängler auf der linken Spur nach Strich und Faden zu versägen. Ein dickes Auspuffrohr auf der linken Seite, ein kleiner Dachkantenspoiler und ein anderes Fahrwerk, sprich Tieferlegung, sind alles was den MPS äußerlich von seinen schwachbrüstigeren Brüdern unterscheidet. Beim Faceliftmodell ist das dann schon eine andere Geschichte. Hier haben wir einen Doppelrohrauspuff bzw. Duplexauspuff hinten, eine fette Lufthutze auf der Motorhaube und nochmal ein ganz anderes Vieh von Dachkantenspoiler hinten drauf. So kann der Mazda optisch auch einem Focus 3 RS gefährlich werden. Um das FL-Modell kümmern wir uns jetzt aber nicht, denn das ist teurer als 8.000€.

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Machen wir erstmal innen weiter. Als erstes in Auge stechen hier die Sportsitze, die zwar sehr bequem sind, aber das letzte Quäntchen sportliche Konsequenz vermissen lassen. Sonst gibt es auch hier keine großen Unterschiede zum nicht-MPS. Abgesehen von einem leicht veränderten Schalthebel, Alupedalerie und Fußmatten mit MPS Schriftzug sieht es hier aus wie in einem der zahmeren Baureihenmitglieder. Das muss nicht zwingend schlecht sein, wird die sportliche Optik von anderen Herstellern doch manchmal, innen wie außen, etwas übertrieben. Letzten endes hätte man sich aber wohl doch etwas mehr Mühe geben können, um einen Ticken mehr „WOW-Effekt“ hervorzurufen.

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Optik abgehakt, jetzt geht´s ans Eingemachte: an die hart verdiente Kohle. Wer sich einen Mazda 3 MPS zulegen möchte, muss zur Zeit mindestens 6.000€ investieren. Für 500€ mehr kann man schon scheckheftgepflegte Autos abstauben und wer an unsere 8.000€ Grenze geht, wird auch sehr zufrieden mit dem Pflegezustand sein. Wer noch mehr investieren will, hat die Wahl zwischen einem soliden Faceliftmodell, oder einem geleckten Vorfacelift. Vollkommen egal, für was man sich entscheidet, die Unterhaltskosten sind am Ende doch immer gleich. So haben wir für das Jahr 2018 eine KFZ-Steuer von 13€ pro Monat und eine Versicherungseinstufung Haftpflicht, TK, VK von 16,25,22. Geht schlimmer, aber auch besser. Unterm Strich muss man sich aber immer den allseits bekannten Spruch ins Gedächtnis rufen: „Spaß kostet“
Das gilt auch für den Verbrauch. So muss man im Durchschnitt schon mit 10,5 Litern rechnen. Dafür ist die Streuung nicht so hoch. Bei gemäßigter Gangart, sehr gemäßigter wohlgemerkt, genehmigt sich der Japaner um die 8 Liter. Im alltäglichen Betrieb wird man es dazu auch schwer haben, den Motor dazu zu bewegen deutlich mehr als 13 Liter zu sich zu nehmen. Man weiß also, worauf man sich einlässt.

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Der Mazda 3 MPS mit dem großen Bruder – dem Mazda 6 MPS

Das gilt auch für die Krankheiten des MPS. Um es kurz zu machen: Viel ist es nicht. Rost ist im allgemeinen kein Thema und auch sonstige „typische“ Mängel sind eigentlich nicht vorhanden. Dennoch sollte man bei einer Untersuchung des angestrebten Objekts vorsichtshalber folgende Punkte überprüfen:

  1. Kupplung: Leistungsstarke Autos werden zumeist dementsprechend bewegt. Aus diesem Grund sollte man immer darauf achten, dass die Kupplung noch längere Zeit ihren Dienst ausüben kann.
  2. Quietsch-Geräusche vom Fahrersitz: Das wohl einzige „typische“ Problem, wenn man es so nennen kann. Tragisch ist es zumeist aber so oder so nicht, da es meistens am Gurtschloss liegt. Eine einfache Unterlegscheibe schafft hier oft Abhilfe. Etwas aufwendiger zu beheben ist das Quietschen, wenn es an der Sitzkonsole liegt, eine teure Reparatur ist aber auch hier nicht zu erwarten.
  3. Turbolader: Hier und da tritt mal ein Turboladerschaden auf. Zu erkennen ist das nur schwer. Am wirksamsten ist es, den Turbo ordentlich zu fordern, sprich bei der Probefahrt heiß zu fahren, den Wagen dann ein paar Minuten im Stand laufen zu lassen und anschließend ein paar kräftige Gasstöße zu geben. Wenn es zu weißer Rauchentwicklung kommt, lieber weitersuchen. Eine Garantie zur Erkennung eines Schadens ist diese Vorgehensweise jedoch nicht.
  4. Steinschläge: Sicher werden MPS´nicht mit 100 auf der rechten Spur bewegt. Da die Lackqualität der Mazda 3 eher durchschnittlich ist, sollte man hier etwas genauer schauen. Denn auch wenn Rost im allgemeinen kein Problem ist, Flugrost sollte auch entfernt werden.
  5. RVM: Das sogenannte Rear-Vehicle-Monitoring System ist nichts anderes als ein Toter-Winkel-Assistent. Mit diesem gibt es allerdings bei einigen Fahrzeugen Probleme. Ein Funktionstest bietet sich daher an.
  6. Steuerkette: Hier und da kam es mit der ersten Steuerkettenversion (bis BJ 02/2010) zu Problemen. Ab BJ 03/2010 wurde die verstärkte Kette verbaut. Allerdings muss man sich hier keine Sorgen machen. Wenn der Mazda bis jetzt gehalten hat, hält er auch weiterhin. Übrigens gab es für dieses Problem eine Rückrufaktion. Einfach mal die Unterlagen wälzen.

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Weiter geht´s zum Tuning und wieder einmal zu meiner Lieblingsrubrik. Gerade im Falle des Mazda tun sich hier interessante Möglichkeiten auf.

Sehr weit verbreitet und beliebt ist Hypertech Chiptuning. Das kann mit einer ordentlichen Softwareoptimierung vom Profi zwar nicht mithalten, kostet aber mit etwa 400€ nicht allzu viel und erlaubt jedem Laien, seinen Mazda selbst zu chippen. Hierbei steht eine bereits geschriebene Software bereit, die vom Benutzer angepasst werden kann. So ist es etwa möglich, den Drehzahlbegrenzer höher zu setzen, die Vmax zu deaktivieren, die Drehmomentbegrenzung in den ersten beiden Gängen zu deaktivieren und und und.

Ein Beispiel für eine professionelle Softwareoptimierung wäre Wimmer-Motorsport. Hier gibt es eine moderate Steigerung um 35 PS und 70 Nm Drehmoment. Vorteil hier: Mehr Leistung und eine ordentliche Anpassung auf diverse Hardwarekomponenten, wie eine Downpipe.
Hier: Wimmer-Motorsport

Vielerorts bekannt und beliebt ist Cobb mit dem Accessport. Hier bekommt man einen Flasher zugeschickt mit einer fertigen Software. Allerdings ist es möglich, wie bei Hypertech, ebenfalls diverse Parameter zu ändern.

Viel mehr gibt es hier nicht zu sagen. Es gibt einige Spezialisten für Mazda-Tuning. Die weitaus Meisten arbeiten aber mit dem Cobb Accessport.

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Wer sich für einen Mazda 3 MPS entscheidet, hat nicht viel zu befürchten. Das größte Hindernis ist wohl die Anschaffung, wobei es nicht sonderlich schwer ist, hier ein vernünftiges Modell zu einem attraktiven Preis zu finden. Bis auf Kupplung und Turbolader, die kaputt gehen können, gibt es beim Mazda keine Baustelle, die wirklich Geld verschlingt. Gute Fahrleistungen, eine solide Verarbeitung und eine Optik, die zwischen Wolf im Schafspelz und sportlich-elegant liegt, vervollständigen das Bild eines sehr soliden Fahrzeugs, welches damit völlig zurecht in unsere Kategorie „schnelle Karren für unter 8.000€“ seinen Platz findet.

Anmerkung: Die hier gezeigten Bilder sind nicht von mir (Urheber netcarshow.com). Die exakten Quellen sind, wie immer, in der Bildbeschreibung hinterlegt.
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2 Kommentare zu „Mazda 3 MPS – Japaner mit Dampf | Kaufberatung, Tuning

  1. „Bekanntlich gibt es ja mehrere Arten von Autofans.“ Das schöne ist, dass wir aber durch die Liebe zu den Autos vereint werden! Ich kann mit Recht behaupten, dass ich auf unsere Auto-Community echt stolz sein kann. Bis heute, habe ich nur gute Erfahrungen gemacht mit anderen Autofans. Ich war schon auf einigen Messen und Ausstellungen (IAA und so), und unter Autofans sprechen wir alle die gleiche Sprache. Die Verbindung untereinander schwebt über uns wie ein unsichtbares Band der Vereinigung.

    Und der Artikel über den Mazda 3 finde ich auch sehr gelungen. Ich war (wie man sieht) seit der ersten Zeile an den Beitrag gefesselt und durfte ihn mit großer Freude zu Ende lesen. Es ist erstaunlich, in welcher Quantität und Qualität neue Designs geschaffen werden. Der Mazda 3 gefällt mir beispielsweise von der Optik her sehr gut. Ich bin aber auch ein Fan von Tuning. Ich bin immer wieder baff, wenn ich mir die Arbeit von den Jungs von fab-design.com anschaue. Da wird man auch ein bisschen neidisch…

    Ich wünsche allen eine sichere Fahrt! Macht’s gut!

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    1. Ja, das gefällt mir auch immer wieder: Gespräche mit anderen autobegeisterten Menschen. Letztenendes schreibe ich meinen Blog deswegen. Vielleicht ergeben sich daraus sogar Gespräche, Diskussionen usw. Ich bin auf jeden Fall immer erreichbar 😉

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