Opel Astra H OPC – Turbotier aus Rüsselsheim | Kaufberatung, Tuning

Über kaum eine andere Marke gibt es so gespaltene Meinungen, wie über Opel. Entweder man liebt die Marke aus Rüsselsheim, oder man mag sie nicht. Dazwischen gibt es nicht viel. Besonders die Leute aus dem VAG-Lager stehen da auf der zuletzt genannten Seite. Es werden Witze gemacht, es gibt Frotzeleien, die Autos werden oft sogar schlecht geredet, obwohl man noch nie drin saß. Dabei gibt es dafür häufig nicht mal einen Grund. Gerade die OPC (Opel Performance Center) Modelle, sind ziemlich gute, sportliche Autos. Ernsthaft abgestimmt mit kräftigen Motoren und super Sitzen. So ein Auto ist auch der Opel Astra H OPC. Und den gibt´s mittlerweile für unter 8.000€.

Beginnen wir erst einmal, wie immer, mit den harten Fakten. Der intern gennante „Z20LEH“-Motor besitzt 2 Liter Hubraum und holt daraus 241 PS bei 5.600 U/min und ein maximales Drehmoment von 320Nm, was sich über ein Drehzahlband von 2.400 U/min-5.000 U/min erstreckt. Damit geht´s in 6,4 Sekunden auf 100 und weiter auf angegebene 244 km/h Topspeed. Der Verbrauch ist mit 9,2 Liter Super angegeben. Über den tatsächlichen Verbrauch reden wir dann, wie immer, im Kostenkapitel. Das Gewicht liegt mit 1.393kg über dem eines aktuellen Golf 7 GTI, dafür hat der Opel aber auch ein paar PS mehr.

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Die Kraft, die dieser Motor freigibt, wird auch eindrucksvoll umgesetzt. Das Turboloch ist zwar vorhanden, wurde aber relativ klein gehalten. Wenn der Turbo danach einsetzt, dann richtig und mit allem, was er hat. Wer also eher ein Fan von saugmotorähnlichen Turbomotoren ist, der darf hier aufhören zu lesen, denn der Astra haut Dir den Ladedruck eher um die Ohren, als dass er ihn dir unterjubelt. Dennoch kommt eine ordentliche Drehfreudigkeit mit ins Spiel, was den Motor meiner Meinung nach zu einem der besten sportlichen Motoren dieser Generation macht. Das Getriebe leistet sich auch keine Schwächen, was das Beschleunigungserlebnis vervollständigt. Leider hat das auch zur Folge, dass die Traktion etwas leidet. Besonders in den unteren Gängen zerrt der Astra am Lenkrad und dazu kommt noch ein harrscher Federungskomfort, der sich irgendwo zwischen dem Bandscheibenvergewaltiger Megane R.S. und dem everybodys Alltagsdarling Golf GTI ansiedelt.

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Äußerlich gefallen mir die OPC-Modelle immer. Schicke Felgen, schöne Farben, ansehnliche Verspoilerung. Ein OPC Modell findet immer den Mittelweg zwischen dem totalen Understatement eines Golf GTI und dem äußerst extrovertierten Auftreten eines Focus RS. Und das ist eigentlich immer gut.
Auch beim Astra H. Der unterscheidet sich vom normalen GTC durch eine tiefgezogene Frontschürze mit Wabengitter, bulligeren Seitenschwellern, einem prominenten Dachkantenspoiler, sowie einer schön ausgeformten Heckstoßstange inklusive mittigem Auspuffrohr in Trapezform. Dazu kommen noch die typischen OPC-Felgen aus diesem Jahrgang und fertig ist der Kompaktsportler.

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Innen sieht das Ganze (meiner Ansicht nach) leider nicht mehr so Schmuck aus. Hartplastik weit und breit und ein riesig wirkendes Lenkrad aus dem gleichen, schnöden Material. Dazu kommen fehlende Ablagefächer und lediglich Anzeigen für Drehzahl, Geschwindigkeit und Tankinhalt. Die Temperaturanzeige fehlt, da der Motor laut Opel so programmiert ist, dass er erst ab einer bestimmten Temperatur die volle Leistung abgibt und somit von allein „Kaltgasfest“ ist. Wenn es aber Temperatursensoren gibt, warum kann man dem Fahrer dann nicht über ihre abgegebenen Daten in Kenntnis setzen? Insbesondere bei einem Sportmodell wäre das wünschenswert. Es gehört einfach dazu. Allerdings gibt es doch einen Weg, diese Daten auszulesen. Und zwar über das „Geheimmenü“. Eine Erklärung hierzu spare ich mir, denn dazu gibt es genug Anleitungen im Internet. Wenden wir uns wieder dem Innenraum zu: Um den trotz des ganzen Plastiks etwas aufzuhübschen, gibt es blaue Akzente in den Armaturen, im OPC-Schaltknauf und blaue Nähte im Lederlenkrad. Einen Höhepunkt hat der Innenraum aber auf jeden Fall und das sind die Recaros. Wenn man sich bei einem OPC-Modell auf eines verlassen kann, dann sind es ohnehin, wie schon erwähnt, die Sitze. Bequem mit viel Seitenhalt und einer sehr ordentlichen Verschleißausdauer, was die Abnutzung der Seitenwangen betrifft. Ein Durchscheuern gibt es bei so gut wie keinem Modell.

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Nach dem Aussehen kommen die Kosten. OPC´s bekommt man ab gut 5.000€. Diese sollte man allerdings stehen lassen. Wer 7.000€ und mehr zur Hand hat, bekommt ordentlich gepflegte Scheckheftmodelle, mit denen man auch weiterhin viel Spaß haben kann. Die Steuern liegen mit 11€ pro Monat gleichauf mit einem Golf V GTI. Bei der Versicherung (Haftpflicht, TK, VK) mit 14, 25, 23 allerdings teilweise deutlich drüber.
Beim Verbrauch kommt der Rüsselsheimer nicht ganz an die versprochenen 9,2 Liter, ist aber auch nicht deutlich drüber. Im Schnitt benötigen die Inhaber eines Astra H OPC ca. 10,2 Liter Super. Bei langsamer Autobahnfahrt begnügt sich der Opel auch mit 8,5 Litern, bei forcierter Gangart will er mehr als 13. 10 Liter im Durchschnitt sind meiner Meinung nach für so ein Auto aber in Ordnung, zumindest auf deutschen Straßen.

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Wem das dennoch zuviel ist, der kann beruhigt sein, denn der Astra macht die Kosten an der Tankstelle spätestens in der Werkstatt wieder gut. Hier ist er nämlich nicht oft. Wie beim Mazda auch, sollte man der Kupplung ein wenig Aufmerksamkeit schenken, außerdem an folgenden Teilen einen Blick riskieren:

  1. Domlager untersuchen und unter den Domlagern nach Rost schauen
  2. Unter der Zierleiste der Heckklappe nach Rost schauen
  3. Motorlager
  4. Koppelstangen
  5. Turbolader (Geräusche, Rauch aus dem Auspuff, wenn Hebebühne vorhanden: Vorkat abschrauben und schauen)
  6. Ganghebel sollte sich bei Lastwechseln nicht bewegen

Das war´s. Wie ihr seht eigentlich nichts, was in irgendeiner Form problematisch wäre oder nicht auch bei anderen Autos auftreten könnte.

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Jetzt kümmern wir uns drum, den Opel schneller zu machen. Ab geht´s zum Tuning!

Wie auch schon beim Corsa können wir wieder EDS-Motorsport vetrauen. Bei der Stage 1 geht´s auf 280 PS und 430 Nm Drehmoment! Macht 40 PS und 110 Nm mehr. HIER

Etwas sanfter lässt es dbilas dynamic angehen. Hier haben wir eine Steigerung auf 275 PS und 400 Nm. Dürfte auch reichen. HIER

Zu guter Letzt haben wir, wie auch beim Corsa Klasen-Motors, der Opel Tuner schlechthin, der nochmal etwas weniger Leistung ansetzt, nämlich 265 PS. Das Drehmoment wird leider nicht angegeben. HIER

Natürlich gibt es noch weitere Kandidaten, jedoch bekommt man mit diesen dreien die, meiner Meinung nach, beste Auswahl. Wenn jemand noch einen Geheimtipp hat, der schreibe mir bitte.

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Wer gegenüber Opel nicht abgeneigt ist und auf sportliche Autos steht, der sollte sich definitiv mal diesen OPC näher ansehen. Kaum Mängel, super Motor, tolles Aussehen und ein Gebrauchtwagenpreis, bei dem noch genug übrig bleibt, um den örtlichen Folierer und/oder Sattler mal auf den Innenraum anzusetzen. Wer auch gerne mal auf die Rennstrecke geht, wird ebenfalls mit dem OPC glücklich, kann sich aber auch gleich nach der limitierten Nürburgring Edition umsehen. In jedem Fall eine klare Kaufempfehlung!

Anmerkung: Die hier gezeigten Bilder sind nicht von mir. Die exakten Quellen sind in der Bildbeschreibung hinterlegt. Quelle: netcarshow.com

 

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2 Kommentare zu „Opel Astra H OPC – Turbotier aus Rüsselsheim | Kaufberatung, Tuning

  1. Sehr schönes Model. Schon damals in den 90er Jahren sahen die Motoren exakt so aus wie oben auf dem Bild. Finde ich sehr schön 🙂 Zum Beispiel der C20XE auch mit 2 Liter Hubraum war damals ein toller Motor. Ich denke der in diesem Astra verbaute Motor ist im Grunde der gleiche von damals nur noch ein wenig weiter optimiert und verbessert.

    Paul

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    1. Hallo Paul,
      der C20XE war, bzw. ist ein Saugmotor. Der Motor aus dem Astra hingegen ist ein Turbomotor, was ganz andere Anforderungen an Block, Kolbengeometrie und viele andere Bereiche des Motors stellt. Es wäre im höchsten Maße unwirtschaftlich, einen bestehenden Motor in diesem Maße abzuändern, statt gleich einen neuen zu entwickeln

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