Kleine und sparsame Diesel – welcher ist der Beste?

Da ich davon ausgehe, dass dieser Blog in der Regel nicht von Fridays for Future Hippies gelesen wird, habe ich mich dazu entschlossen, den in diesen Kreisen unbeliebten Diesel anzupreisen. Nicht weil ich irgendjemanden ärgern möchte oder es auf die Zerstörung der Umwelt abgesehen habe. Ich bin lediglich der Meinung, dass der Diesel nach wie vor ein toller Motor ist. Guter Wirkungsgrad, niedriger Verbrauch und im Gegensatz zu vielen Behauptungen kein Killer von alten und jungen Menschen, die an einer Hauptverkehrsstraße wohnen. Politisch wollen wir aber nicht werden, deswegen kommen wir zum Inhalt des Artikels. Ich werde verschiedene Fahrzeuge in unterschiedlichen Preisklassen vorstellen und wie gewohnt auf die Anschaffungs- und die laufenden Kosten sowie auf Dinge eingehen, auf die man beim Kauf achten sollte. Die Auswahl der Fahrzeuge erfolgt auf Basis meiner Erfahrung und Meinung. Ziel ist nicht nur, dass die Autos klein und sparsam sind, sondern auch wenig Ärger machen und somit zuverlässig sind. Wenn ich alles richtig mache, ist am Ende für jeden Typ und Geldbeutel bis 15.000€ zumindest ein Fahrzeug dabei.

Preisklasse < 3000€ – VW Polo 9N

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Konkret rede ich hier von einem 1.9 TDI mit 101 PS. Dieser Motor ist bekannt für seine unerschütterliche Haltbarkeit. Die steht genau wie die Sparsamkeit auf der Haben-Seite. Gerade einmal 5,4 Liter laufen auf 100km durch den kleinen Polo durch. Und zwar im Durchschnitt im Realbetrieb. Diesen Schnitt kann man allerdings auch relativ problemlos auf etwas über 4 Liter reduzieren. Leider muss der Besitzer dafür eine rüde Laufkultur und ein ausgeprägtes Turboloch in Kauf nehmen.

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Für etwas mehr als 1.000€ bekommt man bereits einen solchen Polo. Wer ein etwas gepflegteres Modell mit weniger als 250.000 km haben möchte, der wird um die 2.500 bis 3.000€ investieren müssen. Natürlich kann man auch problemlos noch mehr ausgeben. das ist allerdings nicht notwendig.
Auch der Unterhalt ist günstig. Die KFZ-Steuer beträgt im Monat 24€ für ein EURO4 Modell. Die Versicherungseinstufung ist mit 16|16|11 (HP|TK|VK) für das Jahr 2020 ebenfalls preiswert.

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Kommen wir zum Kauf. Zuallererst ist ein Modell ohne DPF zu empfehlen. Nein, auch jetzt will ich der Umwelt nicht an den Kragen. Die DPF´s der ersten Generation machen aber oft Ärger, was dann auch sehr schnell kostspielig werden kann. Da es das Modell aber auch ohne DPF mit der grünen Plakette gibt, sollte man hier die Augen eher danach offen halten. Des Weiteren ist die Kupplung inklusive ZMS wohl der einzige Schwachpunkt im Antriebsstrang. Hier bei der Probefahrt auf Rupfen und Durchrutschen sowie auf den Kupplungsweg achten. Das kann man sehr schön überprüfen, wenn man bei niedrigen Drehzahlen in einem hohen Gang Vollgas gibt. Spätestens sobald der Turbolader für das maximale Drehmoment sorgt, fällt eine eventuelle Schwäche der Kupplung auf. Bremsen sowie Elektrik sollten ebenfalls geprüft werden. Das versteht sich aber von selbst und ist bei jedem Auto Pflicht.

Preisklasse < 7.000€ – Ford Fiesta Mk7

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Neuer, teurer, aber weniger Leistung als der Polo. Da macht aber nichts, denn der 1.6 TDCi des Fiesta läuft etwas ruhiger, als das Pumpe-Düse-Aggregat des VW. Außerdem reichen die 95 PS und die 205 Nm Drehmoment ebenfalls voll aus, um einigermaßen zügig von A nach B zu kommen. Zudem ist der Durchschnittsverbrauch unter Realbedingungen  mit nicht ganz 5l/100km nochmal niedriger als der des Polo.

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Etwas mehr als 3.000€ muss man derzeit für einen Fiesta 1.6 TDCi investieren. Im Bereich von 6.000-7.000€ bekommt man schon sehr ordentliche und gut ausgestattete Exemplare. Die KFZ-Steuer pro Monat beträgt 21€, die Versicherung ist mit 16|19|14 (HP|TK|VK) höher eingestuft als beim Polo aber immer noch recht erschwinglich.

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Beim Kauf hat man nicht allzu viel zu tun. Der Fiesta ist sehr unauffällig und haltbar. Die Scheinwerfer machen bei einigen Fahrzeugen Ärger durch eine falsche Einstellung oder nicht funktionierende Abblendlichter. Ebenfalls sollte man auf den Bremspedalweg achten. Hier ist auffällig, dass dieser bei einigen Fahrzeugen erhöht ist. Eine einfache Entlüftung behebt aber das Problem, welche zudem auch relativ kostengünstig ist. Auch das Getriebe verdient einen Moment der Aufmerksamkeit. Die Gänge sollten definiert und ohne Gewalt reingehen, im Leerlauf ohne getretene Kupplung darf das Auto nicht rasseln oder sirren. Auch sollte während der Fahrt auf Vibrationen in der Lenkung geachtet werden. Das war´s aber auch schon. Der Rest ist das Übliche, was bei jedem Fahrzeug gemacht werden sollte.

Preisklasse <10.000€ – Peugeot 208

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Der Peugeot ist ein Auto, was ich persönlich sehr mag. Aus meiner Zeit als Promoter für Peugeot konnte ich einige Kilometer mit verschiedenen Autos und Motorisierungen zurücklegen und der 208 war eines der spaßigsten Autos. Man braucht kein Sportfahrwerk oder besonders viel Leistung. Der Kleine lässt sich wunderschön über die Landstraße scheuchen. Was man mögen muss ist das kleine Lenkrad. Aber ich verquatsche mich schon wieder. Empfehlenswerter Motor: 1.6 HDi mit 100 oder 120 PS. Sehr laufruhig und kultiviert, wie man es von PSA Dieseln kennt. Mit 300 Nm ist man zudem auch noch sehr schnell unterwegs. Der Verbrauch liegt unter Realbedingungen ungefähr auf Augenhöhe mit dem Fiesta.

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Die Preise beginnen bei etwa 8.000€.  Die meisten Modelle haben wenig Kilometer und sind gut gepflegt sowie gut ausgestattet. Tempomat ist Serie, das Multifunktionsdisplay ebenfalls. Die Kfz-Steuer liegt mit 13€ auf einem für Diesel lachhaft niedrigen Niveau, was durch die EURO6 Norm bedingt ist. Dafür ist die Versicherung mit 17|19|18 (HP|TK|VK) etwas höher als bei den beiden oben genannten Fahrzeugen.

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Ein weiterer positiver Punkt ist, dass der Peugeot wenig Ärger macht. Die Kupplung verdient einen kritischen Blick, ebenso wie die Bremsen. Außerdem setzen die Abgasanlagen gerne Rost an, also ist es durchaus ratsam, einen Blick unter das Auto zu wagen. Dann sollte noch das Öl kontrolliert werden, da die Diesel hin und wieder zur Ölverdünnung neigen. Sonst gibt es keine Probleme.

Preisklasse <12.000€ – Mazda 2

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Japanische Autos stehen seit eh und je für haltbare und gute Technik. Wenn diese dann noch so hübsch verpackt ist, wie bei den Mazda-Modellen, ist der Kauf eine Überlegung wert. Der Mazda 2 besitzt einen 1,5 Liter Diesel, der 105 PS und 220 Nm Drehmoment liefert. Damit kommt der Mazda ebenfalls recht zügig von A nach B. Die leichtfüßige Art und die kurzen Schaltwege unterstützen dieses Gefühl noch. Mit etwa 4,5 Litern Verbrauch ist er der neue Spitzenreiter im Verbrauchsranking. Übrigens hätte ich nie gedacht, dass dies auf diesem Blog wirklich mal ernsthaft Thema werden würde.

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Zurück zum Thema. Mit 12€ liegt die Steuer 1€ über der des Peugeot. Kein Beinbruch, denn nach 200 km Fahrt im Monat ist dieser Betrag schon wieder drin. Bei der Versicherung liegt der Mazda mit 16|23|19 (HP|TK|VK) wiederum etwas höher als der Peugeot. Versichert man allerdings Vollkasko, ist der Unterschied nicht groß. Einstiegspreis ist etwas unter 9.000€. Wenig Kilometer und gute Ausstattung kosten allerdings über 10.000€.

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Beim Kauf ist auf wirklich wenig zu achten. Eigentlich ist nur eine Sache kritisch: Das Fahrwerk. Beim Mazda 2 neigen die Stoßdämpfer dazu undicht zu werden, die Achsaufhängung ist ebenfalls ein kleines Sorgenkind. Darüber hinaus gibt es aber nichts, was allgemein als problematisch gilt.

Preisklasse <15.000€ – Audi A1

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Zu guter letzt greifen wir nochmal oben ins Regal der Premiumhersteller und schauen uns den Audi A1 an. Wir sprechen hier noch nicht vom ganz neuen Modell, sondern vom Vorgänger mit der Modellbezeichnung „8X“. Der 1.6 TDI mit 116 PS und 250 Nm fährt sich gut, wenn auch etwas synthetisch. Das optionale S-Line Paket mit dem entsprechenden Fahrwerk sorgt für eine gute Straßenlage. Gleichzeitig mutiert der Audi aber auch zur Polterkiste, wenn die Fahrbahn etwas unebener ist. Dieser verbraucht etwa 5,3 Liter auf 100 km. Nicht der sparsamste unter unseren Kandidaten also.

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Mit 13€ Steuern ist noch einmal 1€ mehr zu zahlen als beim Mazda. Die Versicherung liegt mit 17|18|17 (HP|TK|VK) aber noch unterhalb der des Peugeot. Audi A1 1.6 TDI sind bereits für unter 10.000€ zu haben. Wenn man aber einen Audi kauft, dann sollte der auch ein bisschen Ausstattung haben, sonst ist die Idee irgendwie verfehlt. Und für etwa 15.000€ findet man schon etliche Schätzchen.

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Angenehm wird es, wenn man zum Thema Kaufberatung kommt. Der Audi ist nämlich vom TÜV als der beste Kleinwagen ausgezeichnet. Aus diesem Grund gibt es, zumindest bei unserem Diesel keine Probleme, die als typisch für das Modell gelten. Also einfach überall mal drauf schauen, eine kritische Überprüfung eines bestimmten Bauteils ist nicht notwendig.

Falls Ihr Fragen zu diesem Thema habt, Artikelwünsche oder oder oder…schreibt mir einfach eine Mail oder kommentiert unter diesen Beitrag.

Anmerkung: Die hier gezeigten Bilder sind von netcarshow.com! Die genauen Quellen sind in der jeweiligen Bildbeschreibung hinterlegt.

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