PAB Ansaugung 325/330d N57 | Cold Air Intake

Diejenigen von euch, die den Artikel zu meinem E91 325d gelesen haben, haben vielleicht auch das Video zur der von mir dafür entworfenen Ansaugung gesehen. Wie auch immer, der Vollständigkeit halber kommt hier nochmal eine etwas genauere Dokumentation dieser Ansaugung und wie ich sie entworfen habe. Durch viele Anfragen, die ich erhalten habe, wird diese Ansaugung in Zusammenarbeit mit AnimalRacing auch in Serienproduktion gehen (natürlich in besserer Qualität und optimierter Funktionalität als es beim hier gezeigten Prototypen der Fall ist). Falls ihr Interesse habt, dann schreibt mir gerne. Je mehr Leute zusammenkommen, desto günstiger kann der Verkaufspreis kalkuliert werden. Mehr dazu auch unten im Video!

Zugegebenermaßen stand am Anfang der günstige offene Luftfilter, den ich für den 1.8T meiner Freundin gekauft hatte, nur um mal rauszufinden, wie sich das so anhört. Da sie aber keinerlei Interesse an meinem pubertären Hirngespinsten hatte, hab ich den Luftfilter kurzerhand an meinen BMW geschraubt. Mit dem klang mein vorher so braves Auto bereits ziemlich wütend. Teilweise hatte es durch das Automatikgetriebe was von einem Staubsauger, aber hauptsächlich war es besonders bei abrupter Gaswegnahme ein ziemlich miesmutiger Stier, der da unter der Motorhaube wohnte.

Der verbaute Luftfilter – für den Prototyp eine kostengünstige Lösung. Das Serienprodukt wird einen sehr viel hochwertigeren erhalten.

Anschließend kam etwas der Ingenieur in mir durch und wollte die ganze Sache optimieren. Ein offener Sportluftfilter im Motorraum zieht schließlich warme Luft, diese kann weniger Sauerstoff pro Volumeneinheit bunkern, was damit zu Leistungsverlust führt. Also musste irgendwie kalte Luft vom sowieso vorhandenen Luftsammler zum Luftfilter gelangen und die warme Luft vom nahezu direkt darunter liegenden Turbolader abgeschirmt werden. Am Anfang genügte es mir einfach die Plastikumleitung vom Luftsammler wegzulassen, sodass die kalte Luft in Richtung Luftfilter strömen konnte.

Rechts: Die freie Öffnung des Luftsammlers
Unten: Turbolader und DPF in unmittelbarer Nähe zum Luftfilterkasten

Auf Dauer befriedigte mich dieses dahingepfuschte Werk nicht mehr und ich begann mir Gedanken zu machen. Ich holte mir ein Stück Pappe und begann eine Schablone für ein Blech zu fertigen, was später einmal an dieser Stelle seinen Platz finden sollte. Das dauerte einige Zeit, schließlich sollte es ja ordentlich werden, sonst hätte ich es auch gleich lassen können. Anschließend legte ich die Schablone auf ein 0,8mm starkes Stahlblech, zeichnete sie an und schnitt mit meiner kleinen Bosch-Akkuflex (das ist keine Werbung, aber das Ding ist echt geil) das Blech entsprechend zu. Anschließend bog ich es im Schraubstock und schützte die Kanten mit Blechkantenschutz. So machte ich bei weiteren Anpassungsarbeiten im Motorraum mit den scharfen Blechecken keine Kratzer in den Lack.

Fixiertes Blech mit Schutzkanten

Als das Blech schließlich so war, wie ich es haben wollte, schnitt ich das Loch für den Luftmassenmesser hinein und bohrte zwei Löcher für die seitliche Befestigung mit zwei Winkeln an der Originalverschraubung des Luftfilterkastens. Ich wollte, dass ich für dieses Kit nichts am Auto verändern muss und alles rückstandfrei wieder auf Originalzustand umzurüsten ist. Da das Blech so zugeschnitten ist, dass es sich unten selbst stützt, reichen die zwei Winkel für eine Arretierung. Somit stützte das Blech wiederum Luftfilter und LMM, sodass die Verrohrung nicht das Gewicht tragen muss.

Vorher – Nachher Vergleich des Umbaus. Alle originalen Befestigungspunkte werden weiterhin genutzt

Ab diesem Zeitpunkt galt es noch zwei Fragen zu klären. Erstens ist Stahlblech stark wärmeleitend, was es in erster Linie nicht prädestiniert für eine Position neben dem Turbolader und zweitens musste irgendwie die kühle Luft zum Filter gelangen. Problem 1 löste ich, indem ich das Blech auf der Luftfilterseite schwarz lackierte und auf der Turboladerseite mit Goldfolie beklebte. Goldfolie ist stark wärmeisolierend und aus diesem Grund fabelhaft geeignet für allerlei Isolierung im Motorraum. Problem 2 war etwas aufwendiger. Ich schnitt unterhalb des Luftfilters ein kreisrundes Loch in das Blech, welches ich mit den Resten des Kantenschutzes verkleidete.

Anschließend konstruierte ich einen Adapter für den originalen Luftsammler für den Schlauch (zum Glück hab ich sowas in der Uni gelernt) und druckte ihn im 3D-Drucker aus. Glücklicherweise und das hat mich ein bisschen Stolz gemacht, passte dieser Adapter anschließend sogar besser als das originale Verbindungsstück vom Luftsammler zum Luftfilterkasten. Anschließend verband ich den Schlauch per Schelle mit dem Adapter und drehte ihn durch das exakt passende Bohrloch Richtung Luftfilter. Hierdurch wurde eine permanente Belüftung des Luftfilters mit Luft in nahezu Umgebungstemperatur gewährleistet.

Adapter mit einer „Spin“-Konstruktion für optimale Verteilung im Raum des Luftfilters.

Natürlich habe ich diese Konstruktion auf Herz und Nieren getestet. Bei Wind und Wetter und bei allen Belastungszuständen des Motors gab es nie Probleme oder Leistungsmangel. Bei den Beschleunigungsmessungen war der BMW mit diesem Kit immer marginal schneller, als mit dem Luftfilterkasten, was sich aber in Bereichen abspielte, die auch auf einen Schaltruckler oder ähnliches zurückzuführen sind. Wichtig ist nur, dass dieses Kit keine Leistungseinbuße mit sich bringt, verdammt cool klingt und auch noch verdammt cool aussieht. Für alle, die es noch nicht gesehen haben, hier nochmal das vollständige Video!

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