Fiat 500 Abarth – kleiner Giftzwerg – Kaufberatung

In Indiana Jones konnten wir schon lernen, dass es nicht sonderlich schlimm ist, von einem großen Skorpion gestochen zu werden. Die Kleinen sind die Gefährlichen, vor denen man sich in Acht nehmen sollte. So auch vor dem Fiat 500 Abarth. Äußerlich wahrt er, bis auf die Felgen, dem Logo und der Abgasanlage, den Schein eines normalen Fiat 500. Sobald man beim kleinen Rabauken den Zündschlüssel umdreht, kann man leicht gestochen werden. Das passierte auch mir. Während einer kurzen Probefahrt mit einem 595 Competizione, seinerseits mit 160 PS beseelt, knatterte, zischte und röhrte er mir um die Ohren. Ungehörig? Sicher. Laut? Und wie! Spaßig? Na aber Hallo!

Der einzige Wermutstropfen bei alledem ist, dass die Preise von Abarth ebenso selbstbewusst sind, wie das Auftreten ihrer Fabrikate. Gut für uns, dass es auch den Gebrauchtwagenmarkt gibt, wobei wir wieder beim Thema wären.

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Idealer Flitzer für die Stadt – kaum eine Parklücke, die zu klein ist

Unser Ziel für heute: Der erste Fiat 500 Abarth der neueren Generation. Baujahr ab 2008 mit 1.4 Liter Turbomotor und 135 PS, respektive 140 PS.
Preislich starten wir bei etwa 6.300€. Nicht wenig für so ein Auto, allerdings gibt es so etwas auch nicht an jeder Ecke.
Die Steuern belaufen sich im Monat auf 8€, eingestuft ist der Kleine mit 12,22,17 (Haftpflicht, TK, VK), was für so einen Wirbelwind recht günstig ist. Ersatzteil- und Werkstattkosten sollte man aber nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn hier spielt der Kleine in einer größeren Liga.

„Aber wieso 135 PS? Es gibt doch günstigere Autos, die mehr Leistung fürs Geld bieten, Stichwort zum Beispiel Opel Corsa GSI!“
Natürlich gibt es die. Sogar recht viele. Wir reden hier allerdings von einem kleinen Italiener, mit temperamento, cuore, grande falda und dergleichen. Emozione eben. Es ist einfach schön, wenn man müde belächelt wird in seinem kleinen Fiat, bis man auf´s Gas drückt und laut brüllend davon zieht. Mit 135 PS? Vielleicht, mehr geht aber immer. Dazu kommen wir gleich. Schauen wir uns erst die Schwächen an und worauf man beim Kauf achten sollte.

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Nur wenige Details unterscheiden Ihn von seiner zahmen Basis

Da haben wir Einiges. Schließlich reden wir hier von einem Italiener. Teilen wir die Probleme mal ein in „nicht schlimm“, „geht so“ und „so ein Mist!“. Leicht zu beheben sind vor Allem die oft verstellten Scheinwerfer und Nebelscheinwerfer. Gerade bei Modellen mit Xenonlicht sollte man ein genaues Auge darauf haben. In „Geht so“ fällt die Auspuffanlage, die oft mit rostigen Stellen in Erscheinung tritt. Macht aber insofern nichts, als das man gegenüber der Freundin eine Ausrede für eine Sportabgasanlage hat. Denn der Fiat 500 Abarth wird zum größten Teil von Männern gefahren. Jawohl, richtig gehört! Und selbst im Falle spöttischer Bemerkungen wissen wir alle: Es kommt nicht auf die Größe des Hammers an, sondern wie man damit nagelt.
Doch zurück zum Thema und zu „So ein Mist!“. Sehr empfindlich sind die Achsgelenke, die nicht selten schon bei Laufleistungen unter 50.000km ausgeschlagen sind und auf die man bei der Besichtigung genauso achten sollte, wie auf den Zustand der Bremse.
Modelle ab 50.000km befinden sich in der Mängelstatistik übrigens im Durchschnitt darunter fallen sie negativ auf, was für uns heißt: keine Angst vor Kilometern.
Weitere wichtige Punkte, auf die man ein Auge werfen sollte sind der Zustand unter den Seitenschwellern, wo sich im Zuge lasch durchgeführter Reparaturen hier und da gerne Rost bildet, sowie die verklebten Seitenschweller selber, die diese Reparaturen erst nötig machen. Wie bei Jedem anderen Auto gilt auch hier: scheckheftgepflegte Modelle sind immer besser.Fiat500AbarthSGu8tE-philipsautoblog(3)

Kommen wir aber jetzt zu meinem Lieblingsabschnitt. Dem des Tunings. Ich könnte jetzt wieder mit dem Nageln anfangen, verzichte aber darauf.

Genau wie beim Corsa GSI, ist der 1.4 Liter Motor hier zum größten Teil derselbe, wie der in seinen stärkeren Brüdern. Das Tuning selbst wird hier aber leider nicht ganz so günstig, wie beim Opel.

Als absoluter Spezi für Abarth gilt die Firma G-Tech. Für 160 PS über ein Zusatzsteuergerät bezahlt man hier 600€, wenn man mehr will, steigt natürlich auch der Preis.
Eine Auflistung findet ihr hier.

Der Zweite in dieser Riege ist Pogea Racing. Hier startet der Spaß ab 549€ für die gleiche Leistung. Auflistung gibt´s hier.

Eine Weitere Option ist die Firma Cartech München, die für 165 PS und 255 Nm 849€ veranschlagen. Auflistung gibt´s hier.

Mein vierter und bis dato letzter Vorschlag ist SKN Tuning. Hier wird alles von A-Z gechippt. Ebenfalls ab 849€ bei ähnlicher Leistung. Hier sind auch mehrere Leistungsstufen verfügbar. Auflistung gibt´s hier.

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Klein, aber oho! – 1,4 Liter Turbo mit viel Potenzial nach oben

Am Ende ist der FIAT 500 Abarth ein Auto, was man wollen muss. Er ist flott, aber nicht der schnellste auf der Autobahn, er hat hier und da kleine Macken in Puncto Zuverlässigkeit und Verarbeitung und Platz für mehr als zwei Personen läuft auch unter der Gesamtnote „Mangelhaft“. Des Weiteren ist er mit etwa 7.000€ Einstiegspreis im Gebrauchtwagensegment für halbwegs gute Gebrauchte auch nicht gerade ein Schnäppchen in der Klasse.
Andererseits hat man, wenn man sich für ihn entscheidet wohl einen der geilsten Kleinstwagen, die es gibt. Viel Emotion, ein Sound, für den so mancher andere sportliche Kompakte töten würde und einen gewissen Seltenheitswert. Wenn man vorwiegend kürzere Strecken fährt und eine flinke und extrovertierte Knutschkugel zum Liebhaben haben will, ist der Abarth also auf jeden Fall ein Kandidat, den man sich einmal anschauen sollte. Ich war damals nach der Probefahrt auf jeden Fall hellauf begeistert und stieg mit einem breiten Grinsen aus.Fiat500AbarthSGu8tE-philipsautoblog(6)

 

Bilder: netcarshow.com

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7 Kommentare zu „Fiat 500 Abarth – kleiner Giftzwerg – Kaufberatung

  1. Der/Die Kleine hat es wirklich in sich und ist dabei sogar noch erschwinglich. Was mich ärgert ist, dass bei so kleinen Autos – proportional zur Gesamtgröße – der meiste Platz für den Verbrennungsmotor drauf geht. Es wäre für mich viel praktischer, wenn mein Kleiner einen Elektromotor hätte, die sind nämlich so klein, dass man in der Regel vorne noch platz für einen weiteren Stauraum unter der Haube hätte.

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    1. Die Motoren schon, die Akkus nicht. Die Akkupacks, die erforderlich wären, um die gleiche Reichweite zu erzielen, würden insgesamt mehr Platz weg nehmen und dazu noch deutlich schwerer sein. Außerdem würde das eigentlich schöne – der Sound – des Autos flöten gehen und somit auch sämtliche Emotion. Und wer würde das schon wollen? 😉

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  2. Der kann schon was, der kleine Giftzwerg 🙂
    Habe mich gerade mit den neuen Kleinwagen die bis 2020 so anstehen, beschäftigt. Mal sehen, vielleicht möchte davon einer in meiner Garage einziehen 🙂 Meine Frage an den angehenden Ingenieur: Hast du einen Favoriten?
    Gruß,
    Helmut

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    1. Das kommt drauf an, geht es um sportliche Kleinwagen oder um Kleinwagen im Allgemeinen. Bei solchen Fragen gibt es viel zu berücksichtigen. Gerne gebe ich dazu persönliche Beratung, das dann aber über Mail. Falls also Interesse besteht, einfach an die Mailadresse im Impressum schreiben, oder das Kontaktformular nutzen 🙂

      LG,

      Philip

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